Sütterlin, Kurrent, old German handwriting

Children playing in the attic and looking for a treasure find ...
... a box with old postcards (or with letters, documents, etc.). These postcards look strange, because the children can’t recognize the script. Their parents can’t read the script, too. Like this or in a similar way it often happens today when people meet these parts of gone times. And because only so few people can read this script now these remainings of history become more and more misunderstood.

Sütterlin, Kurrent, alte deutsche Handschrift

Kinder suchen im Spiel auf dem Dachboden einen Schatz und finden ...
... eine Kiste mit alten Briefen (oder auch Postkarten, Notitzen, Dokumente, etc.). Die Briefe sehen sonderbar aus, denn die Schrift können die Kinder nicht erkennen. Auch die Eltern können die Schrift nicht lesen. So oder so ähnlich kann es sich abspielen, wenn heute jemand auf diese Spuren vergangener Zeiten trifft. Leider können nicht mehr viele etwas mit der alten Schreibschrift anfangen, womit ein bedeutender Teil unserer Geschichte immer weniger greifbar wird.

Sütterlin-Alphabet printed on a blotting paper (1920s).

Das Sütterlin-Alphabet gedruckt auf ein Löschpaper der 1920er Jahre.

For centuries in the German speaking areas people used "Kurrent"-script (this means „running script“) which developed over these times. Around 1830 the steel pen was invented which made writing easier and the quill pen was removed. In school teachers now set more and more great store by a very clear, tidy and neat hand writing. It was an independent school subject and excercises done by students were strictly supervised by teachers. Until the 1930ies the "Kurrent"-script was taught in schools. But at the midddle of the 1920ies in the first schools appeared the alphabet developed by Ludwig Sütterlin (1865-1917). In contrast to „Kurrent“, which is written inclined to the right, so-called „Sütterlin“ is written vertically and has no remarkable garnish. It’s style is easier. In 1935 the „deutsche Handschrift“ („German hand writing“) was introduced to be official subject. This was the „Sütterlin“-alphabet but inclined to the right. In 1941 the old hand writing was banned from the curriculum. In old documents you normally find „Kurrent“. „Sütterlin“ simply was taught too shortly to have had much influence, but today the name seems to be more known than „Kurrent“.

Über Jahrhunderte wurde im deutschsprachigen Raum die "Kurrentschrift" (d.h. laufende Schrift) benutzt und hat sich über diese Zeit entwickelt. Um 1830 wurde die Stahlfeder erfunden, die den Federkiel ablöste und das Schreiben erleichterte. In den Schulen wurde daraufhin immer mehr wert auf Schönschrift gelegt. Schönschrift wurde ein eigenes Unterrichtsfach und über die Übungen der Schüler wurde streng gewacht. Bis in die 1930er Jahre wurde die Kurrentschrift an Schulen gelehrt. Aber ab Mitte der 1920er tauchte in den ersten Schulen das von Ludwig Sütterlin (1865-1917) entwickelte Alphabet auf. Im Gegensatz zu „Kurrent“, das schräg nach rechts geneigt geschrieben wird, wird das sogenannte „Sütterlin“ senkrecht geschrieben und hat keine auffälligen Schnörkel mehr. Es wirkt allgemein einfacher. 1935 wurde „Sütterlin“ als „deutsche Handschrift“ zum offiziellen Unterrichtsstoff erklärt (allerdings schräg gestellt). 1941 wurde die alte Handschrift endgültig von dem Lehrplan verbannt. In alten Dokumenten findet man zumeist „Kurrent“. „Sütterlin“ wurde einfach zu kurz gelehrt, um großen Einfluß zu nehmen, der Name ist aber noch heute ein Begriff.


Text from a birthday greeting card (1915) saying:
"the kindest happy birthday greetings from your brother to you".

Text einer Geburtstagskarte von 1915:
"Die herzlichsten Glückwünsche zum Geburtstage sendet Dir Dein Bruder".

Writing Rules:
The „Kurrent"- or the „Sütterlin“-alphabet has one letter more. That is because the s has two ways to be written (1): the „Lang-s“ („long-s“) (1.a) and the „Rund“- or „Schluß-s“ („round- or end-s“) (1.b). The „Schluß-s“ is used at the end of a word (2). It’s the same with compound words (3) or when to a word a „chen“ or „lein“ is added („chen“ or „lein“ describe something small) (4).
If someone knows more about these writing rules „Album 1900“ is glad to receive help.

Schreibregeln:
Das "Kurrent"- oder "Sütterlin"-Alphabet hat einen Buchstaben mehr. Das liegt daran, weil es für das „s“ zwei Schreibweisen gibt (1): das Lang-s (1.a) und das Rund- oder Schluß-s (1.b). Das Schluß-s beendet ein Wort (2). Das gilt auch bei zusammengesetzten Wörtern (3) oder wenn einem Wort ein Verkleinerungs-chen oder –lein angesetzt ist (4).
Mehr oder andere Regeln sind „Album 1900“ leider nicht bekannt. Weitere Informationen und Hilfe wären eine willkommene Freude.


Sütterlin-Alphabet - Latin-Alphabet

Sütterlin-Alphabet - Latein-Alphabet




Scan of a part of a school book for beginners (1915)

Scan von einem Teil einer Schulfibel (1915)


Kurrent-alphabet on a wall board. Those boards were to find in every classroom. (With friendly permission of the school-museum, Friedrichshafen, Germany.)

Das Kurrent-Alphabet auf einer Wandtafel. Diese Tafeln fanden sich in jedem Klassenraum. (Mit freundlicher Genehmigung des Schulmuseums, Friedrichshafen, Deutschland.)


Links (in English language):

www.suetterlinschrift.de
Peter Doerling offers an extensive homepage with illustrations of the Suetterlin-alphabet, examples, infos of the history, etc.

www.genealogy.net
This page also offers an interesting collection of facts, pictures and infos.

Links (in deutscher Sprache):

www.suetterlinschrift.de
Sütterlin-Schrift lesen und lernen! Peter Doerling bietet eine umfassende Seite mit Abbildungen des Suetterlin-Alphabets, Beispielen, Infos zur Geschichte, etc.

www.genealogy.net
Auch diese Seite bietet eine interessante Sammlung von Fakten, Abbildungen und Infos.

www.fontasy.de
ca. 1600 verschiedene Schriften werden hier kostenlos zum Download angeboten. Unter dem Buchstaben S findet man auch ein Sütterlin-Alphabet.

www.amazon.de
Bei diesem Online-Buchhändler kann man ein Buch zum Erlernen der alten Schreibschrift erwerben: "Deutsche Schreibschrift" von Harald Süß


Sources / Quellen

Dohna, Berthold zu: Warum nicht mal deutsch: eine kleine Einführung in die Kunst des schönen Schreibens. - Schleswiger Druck- und Verlagshaus : Schleswig, 1983

Gladt, Karl: Deutsche Schriftfibel: Anleitung zur Lektüre der Kurrentschrift des 17.-20.Jahrhunderts.- Akademische Druck- u. Verlagsanstalt : Graz, 1976

Verdenhalven, Fritz: Die deutsche Schrift / The German Script: ein Übungsbuch. - Neustadt a. d. Aisch : Degener, 1991

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